FARBWIRKUNG

Wir leben in einer Welt voller Farben. Leben und Farben sind untrennbar miteinander verbunden. Schon vor mehr als 30.000 Jahren verwendeten die Menschen Farben. Sie gewannen sie aus Naturstoffen, Pflanzen, Ruß oder Blut. Farbe gewann magische Bedeutung. Schnell lernte der Mensch, Farben nicht mehr willkürlich zu verwenden, entwickelte Farbsysteme und setzte Farben bewußt für bestimmte Zwecke ein – und so ist es bis heute geblieben. Farben ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, transportieren Bedeutungen. Farben lösen beim Betrachter Gefühle und Assoziationen und wirken über die drei Ebenen:

 

> Assoziationen

> Symbolik

> Schwingung und Energie

 

Assoziation

Über Assoziationen wirken Farben aufgrund menschlicher Ur-Eindrücke und überlieferten kulturellen Bedeutungen, was in erster Linie mit der Verfügbarkeit von farbgebenden Substanzen und dem Vorhandensein von natürlichen Farben in dem jeweiligen Kulturkreis zusammenhing. Deshalb war nicht nur im alten Ägypten aufgrund des Mangels an rotem Farbstoff den Pharaonen vorbehalten und galt als sehr kostbar und edel. Farbwirkungen über kulturelle Prägungen sind veränderlich und von der jeweiligen Kultur abhängig.

 

Ganz anders Farbwirkung die mit Ur-Eindrücken verbunden sind.

Rot z. B. ist mit den drei Urerfahrungen der Menschheit Blut, Feuer und Liebe verbunden. Eine Begegnung mit der Farbe rot brachte immer das Blut in Wallung. Heute signalisiert uns die rote Ampel, das rote Stoppschild, die rote Schranke eines geschlossenen Bahnübergangs Halt - Gefahr- Wachsamkeit.

 

Symbolik

Rot wurde im Laufe der Kulturgeschichte der Menschheit zur symbolischen Farbe des Mutes, der Kraft und des Krieges. Kriegsbemalungen wurden in rot gehalten, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts trugen in Europa die Soldaten rote Röcke und Uniformen.  Die obersten Richter des deutschen Bundesverwaltungs- und des Bundesverfassungsgericht tragen noch heute rote Talare.

 

Jeder Kulturkreis hat seine eigenen Farbigkeiten. Und nicht immer stimmen diese miteinander überein. In China wird z.B. die Farbe Gelb mit dem Männlichen gleichgesetzt, dem als weiblicher Gegenpol Schwarz gegenüber steht. Im europäischen Kulturkreis ist es genau umgekehrt. Schwarz entspricht dem männlichen Prinzip und Gelb dem Weiblichen.

 

An erster Stelle stehen in fast allen Kulturkreisen die teuren, wertvollen Farben für das männliche Prinzip, an zweiter Stelle folgen die "weniger wichtigen" Farben für das weibliche.

Diese kulturellen Farbempfindungen spiegeln sich auch im politischen Bereich wieder z.B. in den Farbigkeiten von Wappen und Bannern.

 

Schwingung und Energie

Farben existieren nicht - Farben sind ein Produkt unserer Sinnes-wahrnehmung, die unser Sehsinn aus der wahrgenommen Schwingung und Energie des Lichts erzeugt. Isaak Newton entdeckte, dass er das "weiße" Licht der Sonne in die Farben des Regenbogens "zerlegen", auseinanderbreiten kann, wenn er einen Lichtstrahl durch ein Glas- oder Wasserprisma leitete.

 

Das Farbspektrum, das wir Menschen wahrnehmen, spannt einen Bogen von den Infrarotstrahlen (Träger von Wärmeenergie) hin zu Ultraviolettstrahlen (kalte Energie). Die Farben werden demzufolge in kalte und warme Farben unterteilt, je nach Zusammensetzung aus Infrarotstrahlen und Ultraviolettstrahlen. Diese Lichtschwingungen und Energie werden nicht nur über die Augen, sondern vom ganzen Körper ganz besonders über die Haut wahrgenommen. In den Körperzellen werden diese pysikalischen Reize zu Nervenimpulse umgewandelt und zum Gehirn weitergeleitet. Die Nervenimpulse lösen im Gehirn Reaktionen aus, die unser Wohlbefinden beeinflussen. Den gleichen Effekt erleben wir, wenn wir Musik hören. Das ist der Grund, warum auch Blinde, oder Menschen mit verbundenen Augen die Farbenergien wahrnehmen können.

 

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